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Flüchtlingskrise 2015 erklärt

Die Flüchtlingskrise 2015 scheint auf den ersten Blick wie eine einzige Tragödie, welche bis heute kein Ende genommen hat. Nachfolgend ein kurzer Überblick der Ereignisse:

April

Mediale Aufmerksamkeit bekam die wachsende Flut an Flüchtlingen im April 2015. Am 19.04. kentert das erste von vielen überfüllten Flüchtlingsbooten im Mittelmeer. Auf der Überfahrt von Libyen nach Italien starben hunderte Menschen.

Juni

Doch nicht nur die Mittelmeerroute löste Proteste aus, auch Ungarns Regierungschef Viktor Orbán stand in der Kritik. Er begann mit der Errichtung eines Grenzzaunes zum Drittstaat Serbien, um Flüchtlinge an der Grenzüberschreitung in de EU zu hindern. Damit wurde / wird ein Teil der viel genutzten Balkan-Route blockiert.

August

Die Ereignisse überschlagen sich Ende August.

Das deutsche Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gibt bekannt die Dublin-Verordnung bei syrischen Flüchtlingen nicht weiter zu berücksichtigen. Damit dürfen Flüchtlinge aus Syrien ihren Asylantrag auch in Deutschland stellen, obwohl sie das erste Mal EU-Boden in einem anderen Staat betreten haben. Eine Erklärung zur Dublin-Verordnung findet sich hier.

In Österreich kommt es zu einem tragischen Fund. In einem auf der Autobahn abgestellten Kühlwagen werden die Leichen von 71 Flüchtlingen verschiedener Herkunft gefunden. Angela Merkel äußerte sich dazu wie folgt: “Das waren Menschen, die auf ihrem Weg waren, um mehr Sicherheit und Schutz zu suchen.”

Am 31. August sprach die deutsche Bundeskanzlerin jenen Satz, für welchen sie bis heute gelobt und kritisiert wird. “Wir schaffen das, und wo uns etwas im Wege steht, muss es überwunden werden.”

September

Der Kalendermonat beginnt mit dem Foto des syrischen Flüchtlingskindes Aylan Kurdi, welcher tot an einem türkischen Strand aufgefunden wurde. Die Leiche des Kindes wurde zwei Tage später nach Syrien transportiert, wo er gemeinsam mit seinem Bruder und seiner Mutter begraben wurde. Sie starben während einer Überfahrt von der Türkei nach Griechenland. Nur der Vater der Familie überlebte. Wie es dazu kam, erfährt ihr hier: https://www.nbcnews.com/storyline/europes-border-crisis/father-drowned-syrian-boys-returns-home-burial-n421611

Am 04. September treten Hunderte Flüchtlinge den Marsch der Hoffnung an. Rund 2000 Menschen marschierten vom Ostbahnhof in Budapest in das 175 Kilometer entfernte Österreich.

In der Nacht vom 4. auf den 5. September einigten sich Angela Merkel und der damalige österreichische Bundeskanzler Werner Faymann darauf, die in Ungarn gestrandeten Flüchtlinge aufzunehmen.

Die Merkel-Faymann-Vereinbarung lautet: “Aufgrund der heutigen Notlage an der ungarischen Grenze stimmen Österreich und Deutschland in diesem Fall einer Weiterreise der Flüchtlinge in ihre Länder zu, unter Beibehaltung der Dublin-Kriterien bis zum Beschluss eines besseren Systems.”

Während Faymann und Merkel Kritik für ihre Offenherzigkeit gegenüber Flüchtlingen einstecken durften, beschließt Ungarn einen Grenzzaun zur kroatischen Grenze bauen zu lassen.

November

Auch Nord-Mazedonien (damals Mazedonien) beschließt das Bauen eines Grenzzaunes und lässt nur noch syrische, irakische und afghanische Flüchtlinge durch.

2016

Im März wird der umstrittene EU-Türkei-Flüchtlingspakt angenommen. Dieses sieht vor, dass Flüchtlinge, welche illegal in Griechenland ankommen, wieder in die Türkei zurückgeschickt werden, außer ihnen droht dort Gefahr (wie beispielsweise syrischen Kurden). Für jeden rückgeführten Flüchtling, nimmt die EU einen syrischen Flüchtling direkt aus der Türkei auf. Weiteres zum EU-Türkei-Flüchtlingspakt lässt sich hier nachlesen: https://www.tagesschau.de/ausland/eu-tuerkei-abkommen-105.html

Im Mai tritt Werner Faymann zurück, sein Nachfolger ist bis heute der amtierende Bundeskanzler Sebastian Kurz.

In ganz Europa erhalten konservative und rechte Parteien immer mehr Zuspruch und die Ausländerfeindlichkeit wächst zunehmend. Diese wird aufgrund der zunehmenden Terroranschläge in Europa noch verstärkt.

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